
Ich liebe es vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen. Dabei ist es mir egal, ob es sich um eine leere Seite in einem Collegeblock handelt, um ein loses Blatt aus dem Drucker oder aber (und das ist zugegebenermaßen mein Highlight) um die erste, unbeschriebene Seite eines neuen Notizbuches. Die Magie des Anfangs ist einfach etwas ganz Besonderes. Geht es dir auch so?
Und so sind auch Jahreswechsel für mich immer mit dem Zauber des Neubeginns gekennzeichnet. Ein neues Jahr voller 365 unbeschriebener Tage. Ein Kalender ohne sinnloser Termine wie Rückgabeerinnerungen für die Stadtbibliothek oder die mehrfach markierte Position im Kalender: Retoure zur Post bringen !!! .
Ein Neubeginn ist für mich gekennzeichnet mit Neugier, Vorfreude und einer gewissen Art von Abenteuerlust. Ich weiß, dass in einem Jahr Wachstum unweigerlich passiert. Ich rechne sogar damit und wäre in gewisser Weise eher enttäuscht, wenn dem nicht so wäre.
Abenteuer sind einfach mein Ding. Abenteuer lassen mich wachsen. Und trotzdem ist ein Teil in mir oftmals gar nicht begeistert, wenn das Wachstum plötzlich losgeht.
Denn es sind nicht schönen Momente des Lebens, die dieses Wachstum hervorbringen. Es sind eher die Momente, in denen wir uns wünschten, dass die Zeit schneller vergeht, weil die Umstände, die Situation oder die Emotionen einfach schwer auszuhalten sind.
Stell dir vor, dieser geniale Wachstumsschub kam bereits völlig unerwartet am 02.01.2025. Vor einigen Tagen fand ich das überhaupt nicht lustig. Aber jetzt denke ich mir: Gott scheint viel vorzuhaben in diesem Jahr – er will wohl keine Zeit verlieren.
Nachdem ich also bereits in der ersten Neujahrswoche die emotionale Achterbahnfahrt eines Monats hinter mir habe, bin ich nun reseted . Somit war das Neujahr eher ein Systemneustart für mich.
Innerhalb weniger Tage habe ich Weitblick erhalten. Habe vier große Entscheidungen getroffen (was für mich an einen Rekord grenzt. Ich bin absolut nicht entscheidungsfreudig). Und habe noch einmal die Chance gehabt zu reflektieren, welche Werte ich (auch in Krisen) vorne anstelle.
Denn gerade in Zeiten, in denen starke Emotionen wie Wut, Traurigkeit, Angst oder Frustration sehr präsent sind kommt man in Versuchung, diese Emotionen über die eigenen Werte zu stellen und damit nicht nur anderen zu schaden, sondern auch sich selbst.
Ich finde es sehr schwer Ungerechtigkeit auszuhalten. Widerfährt mir unrecht, habe ich ein tiefes Bedürfnis, diese gerade zu stellen. Doch dieses Dinge-gerade-stellen-wollen ist oftmals mit so viel Energieaufwand verbunden, dass diese Energie dann an anderer (meist sinnvollerer) Stelle fehlt.
Und darum lernte ich eine Sache gleich zu Beginn in dieser Anfangswoche: AKZEPTANZ.
Akzeptanz, dass das Leben nicht immer fair ist.
Akzeptanz, dass nicht alle Menschen so handeln wie ich es für richtig halte.
Akzeptanz, dass jeder eine eigene Wahrnehmung hat und man manchmal zu keiner Lösung kommt.
Akzeptanz, dass viele (!) sich selbst der Nächste sind
Akzeptanz, dass ich Dinge nicht kontrollieren / ändern kann
So gesehen, hat das Jahr äußerst lehrreich begonnen.
Wie war dein Jahresstart ?
Gab es Dinge, die du aus dem alten Jahr mit rübergekommen und noch nicht akzeptiert hast ?
Was fällt dir schwer zu akzeptieren ? Und warum?
Wie könntest du deine Perspektive verändern, damit du Akzeptanz entwickeln kannst?
Akzeptanz hat einen sehr sehr netten Nebeneffekt.
Du erntest innere Ruhe.
In diesem Sinne wünsche ich dir noch ein gesegnetes, glückliches und abenteuerreiches neues Jahr!
Hinterlasse einen Kommentar