Desillusion beginnt, wenn Licht auf Schatten trifft.
Wenn Dinge allmählich Umrisse bekommen, die vorher absolut unsichtbar gewesen sind.
Desillusion ist das Verschmelzen von Ereignissen der Vergangenheit mit der Bewusstwerdung in der Gegenwart.
Eine Desillusion kann durchaus hart sein.
Auf alle Fälle ist sie machtvoll; kommt jedoch meist nicht leise um die Ecke geschlichen, sondern verglichen mit einem Paukenschlag, wäre es wohl eher das.
Desillusioniert zu werden ist manchmal mit einer Art Vorahnung verknüpft.
Dem Gefühl, dass etwas nicht ganz zu stimmen scheint. Aber die konkreten Anhaltspunkte fehlen, sodass man doch ins Leere blickt.
Wenn Licht auf Schatten trifft wird es schlagartig hell. Grell. Beißend grelles, helles Licht.
Und das, obwohl man sich doch jahrelang mühevoll so sehr an die Dunkelheit gewöhnt hat.
Die Desillusion als Geschenk zu sehen, erscheint da gar unmöglich.
Zu viel Veränderung bringt sie mit sich.
Und dennoch ist es doch wohl so, wie mit allen unbequemen Veränderungen.
Sie lassen sich nicht aufhalten.
Man kann sie nicht abschütteln oder ausversehen verlieren.
Veränderungen geschehen. Man muss sie bedingungslos akzeptieren.
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